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Forum Classicum, Mitteilungsblatt des dt. Altphilologenverbandes, Heft 3/97, S. 157-160:
'Navigium' ist [...] ein höchst ozeantaugliche Fahrzeug, d. h.
ein elaboriertes und perfektioniertes Lernprogramm, das man
witterungsunabhängig [...], sprich: in jeder Klassensufte, mit
Vergnügen und meßbarem Erfolg, also: 'plemissimis velis' einsetzen
und seinen Schülern zur häuslichen Arbeit empfehlen kann.
Forum Classicum, Mitteilungsblatt des dt. Altphilologenverbandes, Heft ?/98:
Wozu taugt das Programm? Es kann, was manche anderen
Programme auch können, nur noch viel, viel mehr! [...] Die Autoren,
Philipp Niederau, Informatikstudent an der TU Aachen, und Dr. Karl
Niederau, Lateinlehrer an einem renommierten Aachener Gymnasium,
kennen die Bedürfnisse der Schüler, die Ansprüche des Fachs und die
Wünsche der Lehrer genau, sie scheuen mit einem ausgeprägten Hang
zur Perfektion seit Jahren weder Zeit noch Mühe, ein
anspruchsvolles, vielseitiges und effektives Lernprogramm zu
entwickeln: dies ist ihnen voll gelungen. Navigium ist
lehrbuchunabhängig konzipiert, in wenigen Augenblicken ist eine
Vokabellektion aus jedem beliebigen Lateinbuch erfasst und auf der
Festplatte gespeichert (bei Navigium Iter Romanum sind diese für
das gleichnamige Lehrbuch bereits angelegt).
Forum Classicum, Mitteilungsblatt des dt. Altphilologenverbandes,
Heft 1/99, S. 62-64:
NAVIGIUM gehört ganz ohne Frage zu den am meisten
ausgereiften Computer-Trainingsprogrammen, die bisher für den
Lateinunterricht entwickelt worden sind. (Vgl. die Besprechungen in
FORUM CLASSICUM 3/97, S. 157ff., und 3/98, S. 198ff.). Nun haben
die Autoren Karl und Philipp Niederau das an sich schon sehr
vielfältige Programm um einen weiteren Bestandteil ergänzt, der den
Wert des Programmes noch deutlich erhöht. NAVIGIUM BELLUM GALLICUM
bietet nämlich den kompletten Text der Bücher I-VII von Caesars
Bellum Gallicum. Dabei kann der lateinische Text durch zahlreiche
unktionen erschlossen bzw. bearbeitet werden. Hierfür stehen die
Rubriken Wörterbuch, Suchfunktion und Hypertextfunktion zur
Verfügung, die in vielfältiger Weise miteinander verknüpft
sind.
Mit dem Wörterbuch wird ein auf dem Bellum Gallicum
beruhendes Spezialvokabular zur Verfügung gestellt, dem ein
igennamenverzeichnis vorangestellt ist und das zugleich eine große
Anzahl von Phrasen, Fremd- und Lehnwörtern sowie Merkhilfen aus dem
Englischen, Französischen und Italienischen bietet. Sie können je
nach Bedarf aufgerufen werden und sind farbig vom eigentlichen
Vokabular abgesetzt. Von diesem Wörterbuch aus können zusätzlich zu
jeder einzelnen Vokabel Deklinations- bzw. Konjugationshilfen
abgerufen werden (z. B. wird zu Substantiven und Adjektiven die
komplette eklinationsreihe angezeigt; bei Verben lassen sich die
Tabellen sämtlicher Tempora, Modi und Genera aufrufen). Außerdem
erlaubt das Wörterbuch einen sehr nützlichen direkten Textzugriff:
Das Programm stellt dann durch Anklicken des Feldes "Textstelle"
alle nur möglichen Stellen zusammen, an denen das gesuchte Wort im
Bellum Gallicum auftaucht. Mit Hilfe der Hypertextfunktion erhält
man dann nicht nur nur eine Auflistung der Stellenangaben, sondern
auch eine Zusammenstellung der Fundstellen im jeweiligen
Satzkontext. Zusätzlich haben die Autoren ein Frequenzvokabular
eingearbeitet, das insgesamt 40 fertige Vokabellektionen enthält;
es kann über den Vokabel- bzw. Stammformentrainer bzw. die
Vokabelverwaltung abgefragt bzw. ausgedruckt werden. Auf der
Basis des caesarspezifischen Wortschatzes arbeitet dann auch die
sog. "Suchfunktion BG". Hierbei werden die Grundformen zu Wörtern
ermittelt, die zum Wortbestand des Bellum Gallicum ehören. Nach
Wunsch können dann zusätzliche Informationen abgerufen werden:
knappe Sacherklärungen zu den Eigennamen, Phrasen, Hinweise zur
Wortbildung, Konjugations- und Deklinationshilfen sowie
Tabellenübersichten. Leider eigen gerade diese tabellarischen
Übersichten deutliche graphische Schwächen, wodurch sie nur
eingeschränkt nutzbar sind: Durch Überschneidungen innerhalb der
Tabellen sind zahlreiche Formen weder am Bildschirm noch im
Ausdruck erkennbar, ferner sind die Abstände zwischen den einzelnen
Personalendungen zu gering. (Hieran ändert sich auch nichts durch
eine Veränderung der Auflösung des Bildschirms.)
Im Gegensatz dazu ist die sog "Hypertextfunktion BG"
unbedingt positiv hervorzuheben, da mit ihrer Hilfe eine besonders
vielfältige Erschließung des Textes ermöglicht wird. Über die
Schaltfläche "Hypertextfunktion BG" erreicht man eine Auswahlmaske
mit drei Karteikarten, die dem Benutzer den Zugriff auf jede
beliebige Stelle im Bellum Gallicum ermöglichen. Dabei kann man die
gewünschten Passagen direkt anwählen (Karteikarte "Textstelle
auswählen"), nach bestimmten Wörtern ("Karteikarte Volltextsuche")
oder sogar nach Konstruktionen (Karteikarte "Suche nach
Konstruktionen") recherchieren. So kann man z. B. den Text gezielt
nach Gerundiv-, Partizipial- und Infinitivkonstruktionen
durchsuchen und sich die entsprechenden Stellen ausgeben lassen.
Gezielte Übungen lassen sich auf diese Weise schnell und effektiv
zusammenstellen.
Schließlich bietet das Programm noch eine weitere
Differenzierung, die die Benutzbarkeit noch weiter erhöht. Hat man
eine Textstelle ausgewählt, erscheinen durch Anklicken der
Schaltfläche "Anzeigen" zwei Fenster: Links der Text in der
"Hypertextfunktion" und rechts das sog. "Syntaxsteuerpult". Beide
Fenster bieten zahlreiche Hilfen, um den Übersetzungsprozeß
hilfreich zu unterstützen. Neben einer Suchfunktion bietet die
Hypertextfunktion die Möglichkeit, den jeweiligen Text in Form der
allseits bekannten Einrückmethode darzustellen. Im Zusammenspiel
mit dem Syntaxsteuerpult ergeben sich weitere Möglichkeiten: Tastet
man den gewünschten Text mit der Maus ab, erhält man über das
Syntaxsteuerpult zusätzliche Informationen: Als Satzteile lassen
sich Subjekt und Prädikat identifizieren; ferner wird die
Zugehörigkeit zu Hauptsatz und Gliedsatz angezeigt, allerdings nur
beim Abtasten von Subjekten, Prädikaten und Konnektoren. In beiden
Bereichen scheint die exakte Zuordnung nicht immer konsequent
durchgehalten worden zu sein. So erscheint es beispielsweise
unangebracht, im Satz "His rebus adducti et auctoritate Orgetorigis
permoti constituunt ea ..." (BG 1 3, 1) die Partizipien "adducti"
und "permoti" auf dem Syntaxsteuerpult als "Prädikat" zu
kennzeichnen. Schließlich läßt sich auf dem Steuerpult die
Zugehörigkeit eines Wortes zu satzwertigen Konstruktionen (z. B.
PC, Acl, Ncl, Abl. abs., Supinum) kennzeichnen.
Umgekehrt ist es möglich, vom Steuerpult aus den Text zu
bearbeiten und auf diese Weise sinnvoll zu veranschaulichen.
Subjekte, Prädikate, Konnektoren, diverse satzwertige
Konstruktionen sowie alle Prädikate bzw. Verbalinformationen lassen
sich farbig sichtbar machen. Zusammen mit der Einrückmethode ergibt
sich eine hervorragende Möglichkeit, Texterschließungshilfen zu
liefern. Diese so aufbereiteten Texte können am rechten Rand mit
beliebigen Kommentaren, Erläuterungen oder Vokabelhilfen versehen
werden. Mit Hilfe der sogenannten Instrumenta "Colligo" oder
"Comparo" lässt sich zum gewählten Text entweder das zugehörige
Vokabular ermitteln oder ein Vergleich mit den Vokabeln
durchführen, die aufgrund der Lehrbucharbeit (Iter Romanum) als
bekannt vorausgesetzt werden können.
Insgesamt stellt die nun vorliegende Navigium-Version eine
sinnvolle Erweiterung und echte Hilfe für Schüler und Lehrer dar.
Insbesondere die Möglichkeiten zur graphischen Aufbereitung des
Textes sind beeindruckend; sie ermöglichen nicht nur eine ungemein
zeitsparende Unterrichtsvorbereitung, sondern lassen zudem einen
sehr flexiblen, nach verschiedenen Schwerpunkten gegliederten
Einsatz im Unterricht zu. Dabei ist es nicht überraschend, daß bei
der übergroßen Fülle der von den Autoren verarbeiteten
Informationen Unstimmigkeiten nicht zu vermeiden waren:
Insbesondere bei der Klassifizierung des Textes in seine
syntaktischen Elemente finden sich Inkonzinnitäten, die vor allem
bei der selbständigen Benutzung des Programmes durch Schüler zu
Problemen führen können. Diese kleineren Mängel, die das überaus
positive Gesamtbild nicht grundsätzlich zu trüben vermögen, sollten
in einer späteren Version zu beheben sein.
STEFAN KIPF
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